Aktuelle Ereignisse im Projekt

Teilnahme an der Digitalen Woche Kiel 2020

Bodenständig digital – Landwirtschaft in der digitalen Transformation

Wie weit ist die Digitalisierung in der Landwirtschaft heute und wie weit wird sie morgen sein? Daten sprudeln in der Landwirtschaft aus diversen Quellen und sind der Nährboden für neue Geschäftsmodelle. Wie Landwirtinnen und Landwirte die neuen Möglichkeiten nutzen und Daten „ernten“ können, wurde im Rahmen der Digitalen Woche Kiel am 10. September in der Veranstaltung „Bodenständig digital“ in 10 Fachvorträgen vorgestellt.

Svea Schaffner von Experimentierfeld aus Schleswig-Holstein war mit dabei und präsentierte den Weg zum digitalen Betrieb.



Quelle: Offener Kanal Schleswig-Holstein

Teil V unserer Artikelserie im Bauernblatt

Smartphone ersetzt Maßband auf dem Acker

Der landwirtschaftliche Sektor wird oft als Vorreiter in der Digitalisierung genannt. Sei es die Vernetzung der landwirtschaftlichen Maschinen untereinander und deren GPS-Steuerung, die immer häufiger eingesetzte Robotertechnik im Stall und auf dem Feld oder das Thema der künstlichen Intelligenz. Doch wie sieht es beispielsweise mit der Umsetzung von gesetzlichen Auflagen und deren praktischer Anwendung auf dem Feld aus und wie kann die Digitalisierung zukünftig das Maßband ersetzen?

Quelle: „lksh.de“, Autor: Leo Warfen

Teil IV unserer Artikelserie im Bauernblatt

Landwirtschaft digital in Klasse und Hörsaal

Sei es Beratung, Schule oder Fortbildung, Fachhochschule und Universität: Alle stehen vor der Fragestellung, wie die Vorteile der Digitalisierung in der Landwirtschaft auch für den jeweiligen Bildungsauftrag genutzt werden können. Das Experimentierfeld „Betriebsleitung und Stoffstrommanagement – Vernetzte Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein“ (BeSt-SH) verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem von der Datenaufnahme in der Praxis bis zur Auswertung und der Verwendung der Ergebnisse in der Bildung eine Einheit geschaffen wird. So können je nach Anwendungsfall und Bedarf die entsprechenden Inhalte mit unterschiedlichem Informationsgehalt abgerufen werden.

Text: Carsten Henze

Unsere Erfolgsaussichten

Stärkung anwendungsorientierter Kompetenzen

Durch die Entwicklung des Stoffstrommodells als Wissenstransfermodell soll auf Basis von entwickelten Lösungsansätzen ein einheitlicher digitaler Kompetenzstandard etabliert werden. Mit dem Einbezug des Betriebsnetzwerks und folglich mit der Nutzung von Realdaten können diese Lösungsansätze praxisnah abgebildet werden. Die digitale Aus- und Weiterbildung kann anschließend anwendungsorientiert durchgeführt werden.

Nutzung betriebs-/feldspezifischer Prognosemodelle

Mit dem Einsatz von Stall- und Feldsensorik, der Entwicklung von Prüfmethoden für Sensoren und der Initiierung eine Pflanzenwachstumsmodells können zum einen räumlich und zeitliche Datenanforderungen an betriebliche Messmethoden abgeleitet werden. Zum anderen können feldspezifische Wachstumssituationen auf den Testfeldern hochaufgelöst analysiert und mehrdimensional visualisiert werden. Durch die Identifikation relevanter Parameter für einzelne Problemstellungen können Prognosemodelle optimiert und Haltungs- sowie Bewirtschaftungsanpassungen auf dem Betrieb und Feld abgeleitet werden.

Optimierte Datenerhebung durch einheitliche Schnittstellen

Durch die Entwicklung einer digitalen Infrastruktur im Rahmen des Stoffstrommodells auf Basis identifizierter Datenanforderungen landwirtschaftlicher Fragestellungen können Standardisierungsanforderungen für die Wirtschaft definiert werden. Mit der zusätzlichen Ausarbeitung von Schnittstellen zur Agrarverwaltung kann ein zusätzlicher Bürokratieabbau stattfinden. Schlussendlich kann eine Mehrfachnutzung von Daten bei betrieblicher Datenhoheit realisiert werden.

Virtuelle Betriebs- und Feldbesichtigungen

Neben der fachlichen Aus- und Weiterbildung auf Basis des Stoffstrommodells mit seinen Auswertungs- und Visualisierungswerkzeugen soll die geschaffene Infrastruktur auch als Kommunikationsplattform für Interessenten aus Gesellschaft und Wirtschaft dienen. Durch den modulhaften Aufbau des Modells ist es möglich, Sachverhalte zu vereinfachen und einzelne Fragestellungen mit virtuellem Schulungsmaterial zu beantworten. Für die Präsentation von Projektergebnissen ist es demnach nicht mehr erforderlich, persönlich auf dem Betrieb oder Feld präsent zu sein.

Zusammenarbeit von Wissenschaft & Wirtschaft

Die heutigen Geschäftsmodelle von Hard- und Softwareanbietern sind häufig produktorientiert. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaft, Bildung und Praxis in BeSt-SH können Fragestellungen mit entsprechenden Datenanforderungen definiert werden, welche durch verschiedene digitale Lösungen abgedeckt werden können. Die Wirtschaft kann so anteilig in den Wissenstransfer eingebunden werden.

Digitaler Nachweis von Ökosystemdienstleistungen

Das Stoffstrommodell mit seiner virtuellen Anwendungsoberfläche ermöglicht es, eine datenbasierte Dokumentation nachhaltiger Maßnahmen zur Förderung des ländlichen Raums im Rahmen einer digitalen Transparenz aufzuarbeiten und zu präsentieren. Hierzu zählen z.B. der Nachweis von Ökosystemdienstleistungen, die Einhaltung von Abstandsauflagen oder die gesetzeskonforme Applikation von Wirtschaftsdüngern mit einer Sensordokumentation der Nährstoffe.

Die Projektpartner

Stimmen aus Schleswig-Holstein

Das sagen Fachleute zu unserem Projekt:

Das Verbundprojekt trägt dazu bei, durch herstellerunabhängige Schnittstellen einen digitalen Datenaustausch zwischen unterschiedlichster Hardware (z.B. Sensoren und Technik) und Software wirklich zu realisieren. Darüber hinaus stellt es einen guten Nährboden für ergänzende Projekte und Aktivitäten in dem Bereich der Auswertung von „Big- Data“ durch künstliche Intelligenz (KI) in Schleswig-Holstein dar.

Prof. Dr. habil. Eberhard Hartung

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Bei allen geplanten Digitalisierungsvorhaben auf landwirtschaftlichen Betrieben soll vor allem die Kompetenz der Anwenderinnen und Anwender gestärkt werden. Erst durch maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildungskonzepte kann die digitale Transformation gelingen und Ressourcen und Energie freisetzen für eine weiterhin zukunftsfähige und erfolgreiche Landwirtschaft.

Ute Volquardsen

Präsidentin Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Die heutige Agrarwirtschaft wird von der Gesellschaft zunehmend kritisch betrachtet. Die digitale Transformation ermöglicht es, durch die ‘virtuelle Landwirtschaft zum Anfassen‘ verständlicher zu informieren, um so Vertrauen in der Gesellschaft weiter auszubauen.

Prof. Dr. Martin Braatz

Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel

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